Gerd van Kotelberge zählt zu den Helfern der Wegnahme von Clawes Selandesvarer im Jahr 1421.
Leben
Namensvarianten:
Lebensdaten: um 1420.
Herkunft: Eckernförde
Tätigkeitsgebiet: Vogt
Verwandtschaft:
Tätigkeiten
Aktivitäten als Gewaltakteur:
Gerd van Kotelberg gehört gemeinsam mit Marquard van Sicgem, den Brüdern van Aneulde und Breide Rantzowe zu den Personen, die die 1421 die Wegnahme von Clawes Selandesvarers Schiff unterstützen.[1]
Für die Nutzung des Hafens von Eckernförde ließ er sich nach dem Raubzug mit 19 Tonnen Salz auszahlen.[2][3]
Das Schiff von Clawes Selandesvarer war aus der Trave gesegelt und transportierte stralsundische, lübische und greifswaldische Waren. Aus diesem Grund kontaktierten Stralsund und Greifswald im Zusammenhang mit dem Vorfall die Stadt Lübeck. Lübeck sollte eine Nachricht an die "Holstenherren" senden, um zwischen den Parteien zu vermitteln und die Rückgabe der entwendeten Güter zu erwirken.[4]
Status: Vogt von Eckernförde, Auftraggeber
Fahrgemeinschaften: /
Auftraggeber: Bei der Übernahme von Clawes Selandesvarers Schiff gehörte Gerd van Kotelberge selbst zu den Auftraggebern.
Geschädigte: Clawes Selandesvarer
Angaben zu Schiff und Besatzung: Die Schnigge, mit welcher die Schiffnahme verübt wurde, gehört Michel Hollander.[5]
Sonstige Tätigkeiten: unbekannt
Dokumentation der Recherche
Ohne Ergebnis gesucht in:
HR 1,1 - 1,6.
HR 1, 8.
HR 2,1- 2,7.
HUB 4 - HUB 9.
LUB 7-11.
Sonstiges
Die Übernahme von Clawes Selandesvarers Schiff stand ebenso wie der daraus resultierende Schriftverkehr zwischen Stralsund, Greifswald und Lübeck vor dem Hintergrund eines Konflikts zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein und der skandinavischen Union.[6] Die skandinavischen Königreiche Schweden, Norwegen und Dänemark hatten sich 1397 unter König Erik, bzw. seiner Großtante Margarete, zu einem Unionskönigtum, der Kalmarer Union, zusammengeschlossen.[7] Da König Erik in den Folgejahren immer wieder territoriale und machtpolitische Ansprüche auf das Herzogtum Schleswig stellte, schlossen sich auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein zusammen und erklärten Erik 1410 den Krieg.[8] Dieser Krieg, der insgesamt 25 Jahre andauerte, wurde Anfang des 15. Jahrhunderts auch auf See ausgetragen. Weil sich die kriegerischen Auseinandersetzungen zunehmend negativ auf den Handel auswirkten, bemühten sich die Hansestädte (Lübeck), um eine Beilegung des Konflikts. [9] Die Friedensverhandlungen führten zu einem Waffenstillstand, der immer wieder gebrochen wurde.[10] So fielen beispielsweise am 9. Juli 1420 dänsiche Truppen auf der Insel Fehmarn ein.[11] Dies ist im Kontext der Übernahme von Clawes Selandesvarers Schiff insofern interessant, dass mehrere der namentlich genannten Gewaltakteure aus der Gegend um Fehmarn stammten. Trotz der Invasion von Fehmarn wurden die Friedensverhandlungen auch im Jahr 1421 fortgeführt. Möglicherweise steht der Briefwechsel zwischen Stralsund, Greifswald und Lübeck im Zusammenhang mit diesen Friedensbemühungen. [12]
Quellen
Lub 6, Nr. 366.
HR 1,7 Nr. 400-402.
Literatur
Clarus, Nicolai: Bartholomäus Voet und die Freibeuter der Hansezeit. Untersuchungen zum Kaperwesen im Nordeuropa des 15. Jahrhunderts, Hamburg 2012.
Einzelnachweise
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Vgl.: LUB 6, Nr. 366.
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Vgl. Clarus: Bartholomeus Voet, Hamburg 2012, S. 94.
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Vgl.: LUB 6, Nr. 366.
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Vgl.: HR 1,7, Nr. 400-402.
↑
Vgl.: LUB 6 Nr. 366.
↑
Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2012, S. 89.
↑
Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 54-55.
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Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 60.
↑
Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S.73.
↑
Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 72-75.
↑
Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S. 74.
↑
Vgl.: Clarus: Bartholomäus Voet, Hamburg 2016, S.89.
